Die Narren sind los

Die Narren sind los

Unsere Faschingstypologie

Die letzten Silvesterraketen sind gerade erst in der Versenkung verschwunden, da bereiten sich die Geschäfte schon auf den nächsten kommerziellen Coup vor: Fasching.

Ob Partys, Kostüme oder Alkohol – die fünfte Jahreszeit scheidet die Geister wie kaum ein anderes Ereignis. Während sich Karnevalhasser über eine lächerliche Degradierung eines alten Brauchs beschweren, schwelgen die Befürworter in der Erinnerung feuchtfröhlicher Anekdoten und außergewöhnlicher Verkleidungen.

Und doch: Trotz jährlich wechselnder Kostüme findet man auf diversen Faschingsfeiern immer die gleichen Verhaltensweisen. Welche das sind? Das verrät unsere Karnevals-Typologie.

Nikolaus-Rentier_internetDie Weihnachtsliebhaber

Warum sollte man sich ein Faschingskostüm kaufen, wenn man während des Advents einen Nebenjob als Nikolaus hatte? Das denkt sich auch der pragmatische Weihnachtsliebhaber – und greift zur Krippenspiel-Verkleidung. Als Christkind, Schneemann oder Rentier passt man zwar nicht ganz in die Feierlichkeiten des Februars, immerhin kommt man aber kostengünstig davon!

Bademantel_internet

 

 

 

Die Verweigerer

Auf die Suche nach einem preiswerten Kostüm macht sich auch der Faschingsverweigerer. Erkennen kann man ihn meist an der fehlenden Verkleidung („Ich geh als ich selbst!“) und einem genervten Gesichtsausdruck inmitten der feierwütigen Jecken und Narren. Mit viel Glück lässt er sich zu einem lieblosen Kostüm überreden – ein Bademantel ist wenigstens bequem – und trinkt genug Dosenbier, womit seine Kommentare über die „geschmacklose Party“ wenigstens zeitweise erträglicher werden.

 

 

 

 

Bayer_internetDie Heimatverbundenen

Einmal im Jahr hat man die Gelegenheit, jede Figur seiner Wahl zu verkörpern. Der heimatverbundene Bayer entscheidet sich für den üblichen Oktoberfest-Dresscode: Dirndl und Lederhose! Er ist stolz auf seine Wurzeln und lässt keine Gelegenheit aus, das in jeder erdenklichen Form zu kommunizieren. Zu Konflikten kommen kann es allerdings, wenn dieser mit einem „Saupreißn“ zusammenstößt: Jeder, der nördlich von Bayern wohnt und es wagt, eine billige Faschingsversion der Lederhosen als Kostüm zu missbrauchen, begeht in den Augen des Heimatverbundenen eine Beleidigung.

 

Morphsuit_internetDie Ausgefallenen

Nach dem Fasching ist vor dem Fasching: Während unsereins noch Plätzchen essend unterm Tannenbaum sitzt, hat sich der erfahrene Narr schon längst Gedanken über sein neues Kostüm gemacht. Natürlich muss es etwas auffallendes sein, kreativ und witzig. Oft schließen sich gleich mehrere Jecken zusammen und bilden eine Gruppe von Cupcakes oder Phantomen der Oper. Ein besonderes Highlight ist der so genannte Morphsuite: Auch wenn man darin aussieht wie Tine Wittler im Ganzkörperkondom – die facebook likes sind jedenfalls gesichert.

 

 

 

 

 

 

Rennfahrer_internetDie Normalos

Rennfahrer, Polizist, Huhn oder Prinzessin: Die Normalos bilden zum Glück den größten Teil der Feiernden. Auch sie sind faschingserfahren, suchen aber nicht verzweifelt nach Aufmerksamkeit. Sie verstehen, dass der Karneval ein Fest der Freude ist und kein Wettkampf um das beste Kostüm. Meist sind sie leicht bis schwer angetrunken und laufen morgens um sechs torkelnd nach Hause – die nächste Party kommt bestimmt.

 

 

Imker-Biene_internetDas Pärchen

Sie gehen als Susi und Strolch, Schlumpf und Schlumpfine oder – ganz schlimm: Turteltäubchen. Meist sind sie noch nicht lange zusammen, sooo verliebt und wollen 4-ever zusammen bleiben. Um das Pärchen zumindest ein wenig aus der Kitsch-Zone heraus zu holen, plädieren wir für die Kombination Imker-Biene. Großer Pluspunkt für die genervte Umgebung: Spätestens, wenn die süße Maja ihrer natürlichen Reaktion zur Erzeugung von Honig nachgeht (Stichwort Magenleerung), ist die romantische Ader des Imkers dahin.