Ein aufregendes halbes Jahr

Ein aufregendes halbes Jahr

Elisabeth Winter berichtet über ihre Zeit als VJ-Stipendiatin

Lies_vonobenWir wollten in fremde Welten eintauchen, neue Kontakte knüpfen und im Laufe unseres Stipendiums als Videojournalisten ein neues multimediales Format entwickeln. Gemeinsam haben wir uns im März 2014 an die Arbeit gemacht, unsere Ziele während unseres Stipendiums zu erreichen.

Marihuana im Wert von fünf Millionen Euro, Chrystal und illegale Graffiti auf der einen Seite, Zoll und Kriminaldauerdienst auf der anderen. Wir hatten die Möglichkeit, beide Seiten darzustellen. 600 Kilogramm Marihuana, Sack an Sack liegen auf der Pressekonferenz bereit für uns.

Ich bin eine der drei Videojournalistinnen, die das VJ-Stipendium des MedienCampus Bayern eV., der Hochschule Ansbach und des Aus- und Fortbildungskanals afk absolviert. Die Pressekonferenz sollte eine Übung sein, bevor wir uns an einen Behind-the-Scene Beitrag für den Bayerischen Rundfunk wagten. Die Sendung Kontrovers veranstaltete eine Live-Sendung in einem Segelclub in Lindau. Wir dlies_schreibtrei VJs waren mit unserer Kamera dabei und haben dokumentiert, was vor einer Live-Sendung alles passieren muss und wie die Stimmung der Moderatoren kurz vor Sendebeginn ist. Als die Übertragung begann, saßen wir sichtlich erschöpft vom langen Tag im Publikum.

Zusammen mit erfahrenen Leuten aus der Praxis eigneten wir uns das Handwerk eines Videojournalisten an. Gerne werden wir mit einer eierlegenden Wollmichsau verglichen. Ein VJ macht alles! In den verschiedenen Kursen im afk haben wir gelernt, wie wir ein Thema redaktionell richtig vorbereiten. Die Handhabung einer VJ-Kamera während eines Drehs und die Postproduktion übten wir immer und immer wieder – bis jeder Handgriff saß. Außerdem hatten wir Sprech- und Moderationskurse. Meine Erwartung, viele wichtige Kontakte zu knüpfen, hatte sich bereits erfüllt. Auch lange nach den Kursen können wir auf unsere Dozenten zukommen, wenn wir Fragen haben.

lies_tonkabineLaut Kursplan stand uns die Entwicklung eines neuen Formates bevor. Für uns war eigentlich schon ziemlich früh klar, dass wir eine multimediale Webreportage machen wollten. Wir recherchierten alle ganz unterschiedliche Themen an. Irgendwann haben wir uns dann für die Flüchtlingsproblematik entschieden. Einen Monat haben wir gemeinsam viel recherchiert, intensive Gespräche geführt und Veranstaltungen besucht. Am Ende des Monats hatten wir unsere Geschichte: Ein Versuch, aus Fremden Freunde zu machen. Der Verein „Münchner Mentoren“ vermittelt an unbegleitete minderjähre Flüchtlinge deutsche Paten, die keine Verpflichtungen eingehen, sondern im besten Fall einfach Freundschaft mit den Jugendlichen schließen. In der Webreportage ist alles miteinander verknüpft, was wir im letzten halben Jahr gelernt haben. Das Ergebnis könnt ihr auf folgender Seite anschauen: http://afklab.pageflow.io/fremde-freunde

 

Dreh_VJDamit war nicht nur meine Erwartung erfüllt, sondern auch die meiner Kolleginnen. Während der Recherche tauchten wir in die Welt der Flüchtlinge ein und machten daraus ein multimediales Format.

Text und Fotos: Elisabeth Winter