Einfach mal drauf los drehen?

Einfach mal drauf los drehen?

Im Kurs Fernsehproduktion geht’s um die Planung und Umsetzung

Valentin_BruecknerNun war es soweit. Dank Günters sagenhaftem Unterricht fühlten wir Jungspunde uns natürlich allzeit bereit, nein – dazu berufen, uns mit Kamera und Mikrofon ins Großstadtgetümmel zu stürzen. Ungeahnter, animalischer Eifer keimte in uns auf. Wir wollten uns sogleich etablieren im neu kennen gelernten Medien-Dschungel, der begierig seine Klauen nach uns ausstreckte.

Gott sei Dank gab es im afk auch Menschen, deren rationales Denken noch nicht gänzlich dem gefährlichen Reiz des Unbekannten verfallen war. Zum Beispiel Tom. Gerade noch rechtzeitig erklärte er uns sanft, dass wir vielleicht halbwegs eine Kamera bedienen könnten, von Fernsehproduktion allerdings etwa so viel verstanden wie Rainer Calmund von Endiviensalat.

Um das zu ändern, verbrachten wir mit Tom einen Tag, in dem er uns das Fachchinesisch lehrte, mit dem wir im Verlauf dieses Berufes konfrontiert würden. Das klingt vielleicht recht trocken und öde, man muss jedoch bedenken, dass bei manch einer von uns unerfahrenen Neulingen mit den Tränen zu kämpfen hatte, als er erfuhr, dass Berlin Tag und Nacht kein Dokudrama, sondern nur Scripted Reality ist. Oder auch, dass man Katzen nicht nur streicheln, sondern auch auf Mikrofone stecken kann. Tom hatte also auch eine wahrhaft aufklärerische Rolle!

Nun denn, um einige Begrifflichkeiten reicher, die zukünftig die Verständigung zwischen uns und anderen Mitgliedern der Medienbranche erleichtern werden, fühlen wir uns noch ein Stückchen mehr gewappnet im Ringen um die beste Story, den besten Film, das beste Foto…und wir sind gespannt, was da noch kommen mag.

Text: Valentin Brückner