Wir haben ein Auge auf euch!

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Fernsehen mal ganz professionell

Und wieder einmal fanden wir uns alle im großen Konferenzraum zusammen, um den unterhaltsamen und unglaublichen Geschichten einer Fachreferentin der BLM über die Medienlandschaft Deutschlands zu lauschen, auf dass die schreckliche Ödnis in unseren Köpfen in einem wahren Feuerwerk des Wissens erblühen möge!

Bettina Ebenbeck, ihres Zeichens Fachreferentin im Bereich Programm, sollte es heute also sein. Wir, wissbegierig wie eh und je, wurden von ihr in die fantastische Welt der Programmbeobachtung entführt.

Dort, an einem Ort, wo Wörter wie „Gesetz“, „Fernsehprogramm“, „Normen“ und „Jugendschutz“ vorherrschen, passieren gar großartige Dinge!

Durch exakte Beobachtung der verschiedenen Sendungen einer Fernsehanstalt – meist ausgeführt von Werksstudenten, die so ihren Lebensstil finanzieren – wird herausgefunden, inwiefern die ausgestrahlten Inhalte dem Gesetz entsprechen und ein ausgeglichenes Programm garantieren.

So soll es Sender geben (Ein Sender. Es ist nur einer.), die durch zugegebenermaßen herausragende Kreativität Gewinnspiele entwickeln, bei denen ein hochqualifizierter Moderator drei Stunden seiner wertvollen Lebenszeit opfert, uns unaufmerksamen Zuschauern klar zu machen, dass es doch nun wirklich offensichtlich sei, welche fünf deutschen Städte aus dem Buchstabenraster er sucht und wir einfach mal anrufen sollen – ob die Leitung jetzt schon offen ist oder nicht, ist doch wirklich eher Nebensache – um uns dann nach Stunden gespannten Fingernägelkauens endlich mitzuteilen, dass nicht etwa Bonn, Bochum und Berlin gesucht werden, nein, wer käme den auf sowas! Natürlich heißen die Lösungen Niesky, Aub und Kaub! Also wer darauf nicht kam, ist auf jeden Fall selbst schuld…

Die BLM macht einige Dinge, von denen wir nur träumen können. Fernschauen für Geld zum Beispiel. Natürlich steckt noch einiges mehr dahinter und die Berichte über die einzelnen Sendungen schreiben sich auch nicht von selbst. So sagt man.

Außerdem gehen oft Beschwerden über hochjournalistische Beiträge (zum Beispiel: Achtung Kontrolle!) ein und besonders solche werden extrem ernst genommen, da es immer ein gutes Zeichen ist, wenn sich ein Zuschauer so sehr mit einem Programm beschäftigt, dass ihm Fehler auffallen.

Bis zur nächsten Beschwerde sitzen sie also weiter vor ihren Bildschirmen und beschützen uns vor geistigem Nonsens und wahnsinnigen Gewaltexzessen. Die mutigen Retter der bayerischen Rundfunkkultur.

Und wenn sie nicht gestorben sind, beobachten sie noch heute.

Text: Michael Granzer

Bilder: afk tv